Bitte kein Feuerwerk

Wie standen wir da als Kinder, mit leuchtenden Augen, weil sich darin die roten und die weissen und die blauen Kugeln am Himmel spiegelten, und sagten oooh und aaah und konnten es nicht erwarten, bis die nächste Rakete in der Dunkelheit explodierte.

Jetzt ist das Jahr 2025 gleich vorbei. Beim Eingang im Haus hängt ein gelber Zettel mit guten Wünschen des Gemeindevorstands von Churwalden. Die guten Wünsche stehen klein auf dem Zettel, ganz unten. Ganz oben und gross: «Bitte kein Feuerwerk». Feuerwerk setze «große [woher kommt denn dieses 'ß'?] Mengen Feinstaub, Schwermetalle und Schadstoffe frei», belaste «Luft, Boden und Gewässer» noch lange nach Silvester und lande als Abfall überall. Für Tiere wiederum bedeute Feuerwerk «enormen Stress», viele würden sich deswegen verletzen. Lautes Knallen löse «Angst, Panikflucht und Orientierungslosigkeit» aus. Und nicht zuletzt sei der Lärm belastend für «ältere Menschen, Kranke, Kinder und Menschen mit sensibler Wahrnehmung».

Das ist mit einem etwas gar dicken Pinsel gemalt. Aber grundsätzlich stimmt es. Trotzdem möchte ich anmerken: wenn der Himmel in Zukunft schwarz bleibt, hat das auch einen Preis. Alle, die sich ob dem Lichtzauber einfach nur freuten – die Kleinen und die Grossen: ihnen verbietet die Gemeinde nun diese Freude. Denn die 'Bitte' im Titel ist nur eine vorübergehende: Auf dem Zettel steht auch noch: «Die Gemeindeversammlung Churwalden hat sich am 4.12.2025 für ein absolutes Feuerwerksverbot ausgesprochen.» Vermutlich hat die Zeit nicht gereicht, bereits auf diesen Silvester mit dem Verbot zu kommen.

PS: Als «Alternativen für ein friedliches, gesundes und umweltfreundliches Miteinander» an Silvester empfiehlt der Gemeindevorstand Churwalden unter anderem ein «Gemeinsames Anstossen». Nutzen wir die Idee! Es kommt ganz bestimmt die Zeit, da die Gemeinde einen Zettel in die Hauseingänge hängt mit der Aufforderung «Bitte keinen Alkohol».

Aushang des Gemeindevorstands Churwalden